Ob sich einige noch an uns erinnern? Vielleicht die Oldies in der Gemeinde, die damals vor 30 Jahren "die Jungen" waren? Als wir 1979 ein dreiviertel Jahr in London wohnten, hatten wir Christen kennen gelernt. Wir betrachteten uns ja eigentlich schon als Christen. Immerhin waren wir katholisch bzw. evangelisch getauft. Aber diese Leute hatten etwas, das uns fehlte. Zurück in Deutschland machten wir uns auf die Suche und landeten schließlich in der Waldkirche in Obertshausen. Es dauerte noch fast ein Jahr bis wir verstanden, dass es um eine persönliche Beziehung zu Jesus Christus ging.
Die persönliche Beziehung zu Jesus veränderte unser Leben. Wir entdeckten, dass die Bibel ein praktischer und auch heute noch höchst relevanter Ratgeber für alle Lebenslagen ist und erlebten Gott ganz persönlich in unserem Alltag. Im Hauskreis Nitzsche, zu dem damals Volker und Heidi Lotz, Klaus und Monika Weikard, Volker und Connie Löffler sowie Roland und Karin Brosio gehörten, konnten wir unsere 1.000 Fragen loswerden. Als uns Volker Lotz einlud eine Konfirmanden-Freizeit in der Klostermühle zu begleiten, sagten wir zu und entdeckten, dass uns die Arbeit mit den Jugendlichen Spaß macht. In den nächsten zweieinhalb Jahren leiteten wir zusammen mit Hansjörg Kümmling einen Jugendkreis und lernten Bibelarbeiten selbst vorzubereiten und die Jugendlichen zu begleiten. Eine fundamentale Erfahrung für unseren späteren Dienst. Durch Studium und Aufgabe der Berufstätigkeit hatten wir beide viel Zeit uns in die Gemeinde einzubringen. In dieser Zeit gründete ich auch einen Mutter-Kind-Kreis.
Im Herbst 1984 mussten wir berufsbedingt nach Bayern umziehen. Dort brachten wir uns in einer Mennoniten-Gemeinde ein. Ein Freund machte uns darauf aufmerksam, dass das Missionswerk Jugend mit einer Mission (JMEM) Camps für Familien anbietet. Dort lernten wir im Sommer 1986 den JMEM Familiendienst kennen. Und nur ein halbes Jahr später, ließen wir uns dort als Mitarbeiter für den Familiendienst ausbilden.
Inzwischen sind 23 Jahre vergangen. Wir haben nach der Wende ein Jugend- und Familienzentrum in Hainichen, Ostdeutschland aufgebaut www.jmem-hc.de und verschiedene Seminare und Programme zur Stärkung von Ehepaaren und Familien für die Multiplikation in Gemeinden entwickelt. Seit 2001 leiten wir die JMEM Familiendienste in Europa und hatten in den vergangenen Jahren viele Einsätze in Osteuropa, um Mitarbeiter zu schulen. Nähere Informationen enthält unser Buch "Abenteuer Familie im Dienst - ein Kursbuch für engagierte Familien in Gesellschaft, Gemeinde und Mission", welches in deutsch im Herbst 2008 und in englisch im Herbst 2009 erschien.
In den vergangenen 23 Jahren haben wir Gottes Führung und Versorgung sehr praktisch erfahren. Bei JMEM baut sich jeder Missionar seine eigenen Unterstützerkreis auf, ohne den der Dienst nicht möglich ist. Da mit der Erweiterung unseres Aufgabengebietes auch höhere Kosten verbunden sind, sind wir sehr dankbar, dass die Gemeinde, in der wir die ersten Schritte als Christen gegangen sind, sich entschieden hat unseren Dienst zu unterstützen. Wir freuen uns darauf im Juni wieder mal in Obertshausen zu sein und unsere alten und neue Freunde zu treffen.