die Zeit ist so wahnsinnig schnell vergangen und es wird uns bewusst, dass Ihr eigentlich schon recht lange nichts mehr von uns gehört habt. Nach Ostern kam unser letzter Bericht und seither ist schon wieder so viel geschehen.
Zur Zeit bemühen wir uns viele Dinge zu einem Abschluss oder einer geordneten Unterbrechung zu bringen. Am 15. Juni fliegen wir in die USA und von Anfang Juli bis Anfang Oktober werden wir in Deutschland sein. Wir freuen uns schon darauf!
Johannes hat in dieser Woche den Unterricht des Hebräerbrief mit den Pastoren beendet. Es hat ihm viel Freude gemacht, die Pastoren waren gut dabei, auch mit Fragen und Beiträgen was den Unterricht lebhaft und interessant gestaltete. Weil in diesem Brief soviel über Glaube und Vertrauen gesagt ist und von so vielen Glaubenshelden berichtet wird, war es eine echte Bereicherung für Johannes und wir hoffen, auch für die Studierenden.
Luise kümmert sich um den Abschluss einiger kleinerer Bauprojekte hier in unserer Umgebung. Es freut uns besonders, dass Lelettes Haus Mitte dieses Monats bezugsfertig wird. Sie ist eine einfache, ehrliche und sehr bescheidene Frau, die sich an ihrer Beziehung zu Jesus stärkt und freut. Sie ist verheiratet aber der Mann ist nicht oft bei der Familie und trägt sehr wenig zum Unterhalt bei. Sie ist Mutter von zwei Kindern. Moise, der Junge kam zuerst aber sie hat ihn nicht geboren. Seine leibliche Mutter hat ihn in einer Regennacht vor die Kirche gelegt, Lelettes Bruder fand ihn und brachte ihn zu ihr mit der Begründung, das Kind kann nicht im Regen bleiben und die Hunde würden es auch heute Nacht auffressen. Man schätzte ihn damals auf 6-7 Monate und was man sah waren Haut und Knochen. Mit sehr viel Mühe hat sie ihn durchgebracht und dann kam ihre eigene Tochter Diana dazu, ein etwas schüchternes, liebesMädchen inzwischen 12 Jahre alt. Lelette ist seit Jahren eine zuverlässige Mitarbeiterin im Centre Lum. und auch bei nachlassender Gesundheit je- den Tag dabei. Das sehr durchlöcherte Blechdach ihrer Schuppen ähnlichen Behausung machte das Leben sehr mühsam, besonders während der Regenzeit, wenn alles nass und dann schimmelig wurde und Allergien ihre sensible Gesundheit stark belasteten. So wollen wir an dieser Stelle der Ev. Kirchengemeinde in Obertshausen erneut einen sehr, sehr großen Dank aussprechen, für ihr Weihnachtsopfer und ihre Zustimmung zu diesem Verwendungszweck. Danke! Danke! für alle Beiträge in die Arbeit hier in Haiti, seit nun schon mehr als 35 Jahren.
Eine weitere wichtige Aufgabe, vor unserer Abreise, sind ordnungsgemäße Abrechnungen zu erstellen und alle Belege für die vielen Erdbebenprojekte einzubringen. Wir stellen fest, das ist eine ziemlich zeitaufwendige, aber auch gesegnete Angelegenheit. Mit großer Dankbarkeit machen wir uns bewusst, dass sehr viele Herzen durch diese furchtbare Katastrophe berührt wurden und Ihr tief in die Geldbörse gegriffen habt um den betroffenen Menschen hier zu helfen. Sehr Vieles, von dem wir auch schon berichtet haben, wurde durch Euch bewegt.
Was Ihr weitergegeben habt ist Liebe die man spüren kann!!!
Das Geld was jetzt noch vorhanden ist wollen wir dem Wiederaufbau der Kirche in Cote de Fer zur Verfügung stellen. Der Bau hätte schon vor längst begonnen werden können aber das ursprüngliche Grundstück durfte nicht mehr verwendet werden und der Kauf von neuem Baugelände zog sich hin. Viele Organisationen sor gen als Übergangslösung, für
die Erstellung kleiner, preiswerter Holz- oder Metallhäuser. Es ist gut dafür zu beten, dass sie schnell damit vorankommen, denn die Regenzeit hat begonnen. Es wird auch eine starke Hurrikansaison vorausgesagt. Agatha, der erste Sturm der Saison, hat in San Miguel und Guatemala schwere Schäden verursacht und 16 Leben gefordert. Die Hurrikans könnten in Haiti zu einer weiteren schweren Katastrophe werden. Man möchte lieber nicht darüber nachdenken was mit Zeltbewohnern geschieht, wenn Stürme dieser Art hereinbrechen. Ein ganz wichtiges Gebetsanliegen!
Liebe Freunde, wir wünschten Ihr könntet den Segen zu dem Euch Gott ermutigt hat ‛life‛ miterleben! Dieser Schatz wird Euch im Himmel aufbewahrt, wo weder Motten noch Rost ihn fressen. Das verspricht uns Jesus im Matthäusevangelium 6, 20.
Danke für alle Verbundenheit, mit lieben Grüßen aus Haiti,
Johannes und Luise