17 Mädchen kommen dem „Geheimcode“ ihres Körpers auf die Spur

„Es war super“ – darüber waren sich die meisten der 9 -11 jährigen Mädchen einig, die an dem Workshop „Die Zyklus-Show“ am 20.11.2010 in der Evangelischen Kirchengemeinde in Obertshausen teilgenommen hatten.
Referentin Gesine Pape gab in anschaulicher Weise und mit positiv besetzten Vergleichen den Mädchen, die vor oder in der Pubertät stehen, interessante Einblicke in den Körper einer Frau und damit in ihren eigenen. Sie lernten die Zusammenhänge der Botenstoffe in ihrem Körper kennen und deren Rolle in der Pubertät und im Leben jeder Frau.
„Die Wertschätzung des eigenen Körpers ist die Grundvoraussetzung dafür, sich in ihm wohl zu fühlen und verantwortlich mit Sexualität und Fruchtbarkeit umgehen zu können“, betonte die Referentin. Sie ist Mitarbeiterin des MFM-Projekts (Mädchen, Frauen, Meine Tage). Ins Leben gerufen wurde es 1999 von der Erzdiözese München und der Bayerischen Aids-Stiftung.
Kennenlernen der "Zyklus-Show"
Spielerisch, informativ und unterhaltsam geht es bei dieser „Zyklus- Show“ zu:
Zu Beginn der körperlichen Entwicklung und später wieder am Anfang jedes Zyklus´, sendet das Gehirn, die „Chefetage“, Hormone aus. Diese „Frühlingsboten“ regen Eibläschen in den „Geschenkboxen“, den Eierstöcken, zum Wachstum an. Auf ihrer Hülle bilden sich ganz viele „Östrogenfreundinnen“ und bereiten manches vor für die Ankunft eines „Gastes“, Die „Eisprungshelfer“ sorgen dann dafür, dass sich eine reife Eizelle auf den Weg durch den Eileiter macht. Dort findet das Rendezvous mit einer Samenzelle statt. Nun trifft das „Progesteronteam“ die letzten Vorbereitungen im „Luxushotel“ für das kommende Baby. Schließlich erhält der Körper von der befruchteten Eizelle einen „Liebesbrief“ und stellt sich ganz auf die Schwangerschaft ein. Der Vormittag endete mit dem „großen Finale“ der Zyklus-Show, der Geburt.
Aktives Nachspielen
Die Evangelische Kirchengemeinde Obertshausen unterstützte das Projekt räumlich und finanziell. Organisiert wurde die „Zyklus-Show“ von Kristine Kachel, die gemeinsam mit Karin Vidakovic , die Mädchen mit einem köstlichen Mittagessen versorgten. Gestärkt schlüpften die Teilnehmerinnen am Nachmittag in die Rolle der Hormone, um die Zykusshow selbst nach zu spielen. Wichtig waren nun die Anzeichen, „Geheimcodes“, mit denen jedes Mädchen, jede Frau selbst spüren und beobachten kann, was sich gerade in ihrem Körper abspielt. Die Blutung wurde als „kleines Finale“ zum Zeichen des Reichtums im Körper. Er kann es sich leisten, sein „Luxushotel“ auszuräumen und immer wieder neu aufzubauen.
Feedback
Diese positive und wertschätzende Deutung des Körpergeschehens vermittelten einige Mädchen in der abschließenden Vorführung am Ende des Seminars ihren Eltern. „Sehr bildlich, sehr einfühlsam, ein tolles Projekt, unbedingt teilnehmen!“, waren die lobenden Kommentare von Müttern, die sich beim Elternvortrag am Vorabend (geleitet von Manuela Murmann) schon informiert hatten.