Indien

Geschrieben am 15. August 2013 - 8:30 von tmh

Mission in IndienSeit 2005 unterstützt die Ev. Kirchengemeinde Obertshausen die Indien-Missionare Louis Paul und Ulrike Kern. Ulrike Kern schreibt:

 

Wer wir sind

Mein Mann Louis Paul Kern - (Jahrgang 56) - trägt zwar einen deutschen Namen, hat jedoch die indische Staatsbürgerschaft. Hätte er die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen, wären unsere evangelistischen Aktivitäten in Indien  sehr eingeschränkt oder schwerlich möglich. Louis hat im Jahr 1986 seinen vierjährigen Abschluss an der “Bibelschule Bergstrasse e.V.” absolviert, die sich damals noch in Seeheim befand.
 
Ich selbst Ulrike – (Jahrgang 61) – bin gebürtige Schaafheimerin. Bevor wir im Jahre 88 nach Indien ausreisten, arbeitete ich als technische Übersetzerin und Export-Sachbearbeiterin. Ich bin begeisterte Hobby-Musikerin und hatte bereits als Kind Gelegenheit, mehrere Instrumente zu erlernen (Akkordeon, Schlagzeug, Klarinette, Saxophon). Gesungen habe ich auch schon immer sehr gerne, was mir jetzt bei unserer Fernseharbeit zu gute kommt.
 
Wir haben drei Kinder: Benjamin, der zurzeit noch im Liebenzeller Theologischen Seminar Theologie studiert und Dorothee und Jeannette, die von Herbst 2013 an am Moody Bible Institute in Chicago Gemeindepädagogik studieren werden.
 

Hauptmissionsstation Kolar Gold Fields

Unsere Hauptmissionsstation in Kolar Goldfields (kurz K.G.F.) befindet sich im Unionsstaat Karnataka, ca. 80 km von Bangalore entfernt. K.G.F. ist eine Art Schmelztiegel, in dem verschiedene Sprachen gesprochen werden (Kannada, die Unionssprache Karnatakas – Tamil sowie Telugu, die Unionssprache von Andhra Pradesh).

Im Jahr 2001 musste die letzte Goldmine geschlossen werden. So verloren im Laufe der Jahre ca. 15.000 Menschen ihren Arbeitsplatz. Ein Großteil der Bevölkerung von K.G.F. ist jedoch Pendler und reist täglich zur Arbeit nach Bangalore, Wegezeit ca. 6 Stunden hin und zurück!!! In Bangalore zu leben, wäre viel zu teuer.
 

Kinderheim

Im Jahre 1991 wurde unser Kinderheim eingeweiht. Es ist ca. 8 km von unserer Hauptgemeinde in Marikuppam entfernt und befindet sich auf dem gleichen Gelände wie unser Wohnhaus, In unserem Kinderheim befinden sich i.d.R. ca. 35 bis 40 Kinder im Alter von 5 bis 15 Jahren. Es handelt sich um Voll- und Halbwaisen oder auch um Kinder aus sozial-schwachen Familien. Mitunter ist ein Elternteil behindert oder auch alkoholkrank. Manche Frauen wurden auch von ihren Männern verlassen und leben unterhalb der Armutsgrenze. Die Kinder werden durch Patenschaften unserer deutschen Missionsfreunde unterstützt.
 
Es ist uns sehr wichtig, dass die Kinder bereits in jungen Jahren von Jesus erfahren. So finden zweimal täglich Gebets- und Andachtszeiten statt. Die Freude ist immer wieder groß, wenn sich Jugendliche für Jesus entscheiden und taufen lassen.
 
Dieses Jahr haben wir den Ausbau zweier Zimmer in Angriff genommen und wir haben „last but not least“ einen neuen Schulbus! Wir hatten 2013 auch überaus gut besuchte Kinder-Ferien-Bibelwochen in unseren Gemeinden. In unserer Hauptgemeinde kamen mitunter sogar bis zu 150 Kinder. Das Motto dieses Jahr lautete „The Body of Christ“.
 
 

Missionsarbeit 

Unser Missionsteam arbeitet unter der armen Landbevölkerung Süd-Indiens.
Bislang konnten 35 Dorfgemeinden in drei südindischen Unionsstaaten gegründet werden. Einige Gemeinden liegen im Gebirge in Kerala und sind sehr weit von unserer Hauptmissionsstation in K.G.F. entfernt, ca. 400 – 500 km. Für die Koordination des Kerala-Teams ist ein bestimmter Pastor zuständig, der einmal im Monat zu uns nach K.G.F. angereist kommt, um uns vor Ort zu berichten. Ein Großteil der Gemeindeglieder in Kerala verdient sich den Lebensunterhalt auf Teeplantagen. Sie leben häufig unterhalb der Armutsgrenze, da der Teeanbau wenig Gewinn abwirft. Trotz aller äußerer Not erleben wir immer wieder, dass Menschen zum Glauben kommen und die Gemeinden wachsen.  Auch im Mai 2013 hatten wir evangelistische Einsätze und Louis hatte das Vorrecht, viele Menschen taufen zu dürfen.
 
Mehr als 10 Jahre lang gestalteten wir allwöchentlich ein 15minütiges Fernsehprogramm mit Liedern, christlicher Botschaft und Gebet. Wir sendeten asienweit auf einem weltlichen Kanal und erreichten so ca. 5 Millionen Haushalte in der Tamil-Sprache. Leider führten die hohen Sendekosten - eine 15minütige Fernsehsendung kostet, je nach Wechselkurs zwischen Euro 250 bis Euro 300 – in 2012 zur Einstellung dieser Arbeit.
 
Auch haben wir ein Tonstudio. Ich, Ulrike, koordiniere die ganze Arbeit. Wir versuchen traditionelles Liedgut neu zu verpacken, um die Menschen zu erreichen. Mitunter arbeiten wir auch an Eigenkompositionen oder übersetzen englische Lieder ins Tamilische. Seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit den unterschiedlichen Ragas der südindischen Carnatik-Musik. In der Vergangenheit konnten wir schon wiederholt erleben, wie die Musik einen Schlüssel zu den Herzen der Menschen darstellt. Es geschah sogar, dass Angehörige der obersten Hindu-Kasten von unseren Liedern angesprochen wurden und anfingen, sich für den christlichen Glauben zu interessieren.
 
Herzliche Grüße aus dem schwülen Indien mit Johannes 15,5:
„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht;
denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“