Kenia

Geschrieben am 15. August 2013 - 8:59 von tmh

Mission in Kenia


Marcos und Zufan Habtetsion (DMG)

Marcos Habtetsion transportierte über 20 Jahre als Missionspilot der MAF (Mission Aviation Fellowship) Hilfsgüter, Kranke und Missionare durch ganz Ostafrika. Seit Erreichen der Altersgrenze als Pilot im Jahr 2012 widmet er sich zusammen mit seiner Frau Zufan ganz der von ihnen gegründeten eritreischen Gemeinde in der kenianischen Hauptstadt Nairobi.
Marcos und Zufan stammen selbst beide aus Eritrea. Marcos war unter Kaiser Haile Selassie Pilot der eritreischen Luftwaffe, nach dessen Sturz durch die Kommunisten auch aufgrund seines christlichen Glaubens lange Jahre im Gefängnis. 1981 konnten er und seine Frau als Flüchtlinge nach Deutschland ausreisen. Hier entstand ihr Kontakt zur DMG (Deutschen Missionsgemeinschaft, Sinsheim). Sie folgten Gottes Ruf und kehrten 1985 als DMG Missionare wieder nach Afrika zurück.
Der schwelende Grenzkonflikt, Armut und Christenverfolgung (Eritrea ist nach dem Weltverfolgungsindex von Open Doors unter den traurigen ersten 15) zwingen auch heute noch viele Menschen aus Eritrea und Äthiopien zur Flucht. Nairobi dient vielen Flüchtlingen als Brücke in sichere (westliche) Länder (z.B. USA, Kanada, Australien). In einer Woche lernen Marcos und Zufan so drei, vier und manchmal bis zu zehn neue Flüchtlinge kennen und nehmen sie als Gäste in ihrem Haus auf.
In den vergangenen Jahren haben auf diese Weise viele Flüchtlinge auch zum christlichen Glauben gefunden, in 2012 waren es allein sechzehn. Für diejenigen, die neu im Glauben sind, bietet die Gemeinde Jüngerschaftskurse an. Zufan leitet daneben eine Kinderstunde und die Frauenarbeit. Mittlerweile kommen sogar Kinder, deren Eltern keinen Kontakt zur eritreischen Gemeinde halten.
Dadurch dass viele Gemeindemitglieder in verschiedene Länder auswandern, in denen sie als Flüchtlinge anerkannt worden sind, erlebt die Gemeinde immer wieder einen großen Aderlass: Allein 2012 waren es vierzehn, die die Gemeinde in Richtung Westen verließen, darunter einer der Pastoren und ein Gemeindeältester.
Einmal im Jahr treffen sich Pastoren, die unter eritreischen Gemeinden in verschiedenen Ländern Afrikas und im Mittleren Osten (EEFAME) arbeiten, in Nairobi, zum Erfahrungsaustausch. Hier und auch bei einem Programm der Evangelischen Gemeinde-Allianz in Eritrea, das in Zusammenarbeit mit der Association of African Evangelical Churches und Open Doors in 2012 stattfand, wirkt Marcos mit.
Ein Hauptanliegen ist es, Pastoren zu stärken, die wegen der Verfolgungssituation in Eritrea ihren Dienst im Geheimen tun müssen.
In diesem Zusammenhang waren in 2012 weltweit alle eritreischen Gemeinden 40 Tage lang unter dem Motto „Love Eritrea“ zum Beten und Fasten für ihre Landsleute aufgerufen.
 
Marcos und Zufan haben drei Kinder: die beiden Töchter Semi und Brhan studieren bzw. promovieren in Deutschland. Sohn Yonathan lebt bei seinen Eltern in Nairobi und besucht dort die deutschsprachige Schule.

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